AMADOU & MARIAM “WELCOME TO MALI”

Amadou And Mariam - Welcome To Mali

Das erste Mal, als ich Musik aus Mali hörte, war 1988. Internet gab es noch nicht, bei einem Besuch in der Frankfurter In-Diskothek “Funkadelic” habe ich den Betreiber des Versandhandels “african records” kennen gelernt, der ab und zu nach Afrika flog, um sich dort mit Plattenwünschen seiner Kunden ein zu decken. Es war die LP “Soro” von Salif Keita, die mich damals buchstäblich vom Sitz riss.

 

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TITELVERZEICHNIS

Sabali
Ce N’est Pas Bon
Magossa
Djama
Djuru
Je Te Kiffe (feat. Juan Rozoff)
Masiteladi (feat. M)
Africa (feat. Knaan)
Compagnon de la Vie
Unissons Nous (feat. Keziah Jones)
Bozos
I Follow You (Nia Na Fin)
Welcome To Mali
Batoma
Sebeke

 

 

 

 

Die CD nimmt nur zögerlich Fahrt auf. Das erste Stück “Sabali” klingt befremdend mit modernem (aber doch irgendwie antiquiert wirkenden) Drum-Machine-Beet. “Ce N’est Pas Bon” offeriert dann doch etwas mehr afrikanische Roots und hört sich schon eher nach den typischen Afro-Pop-Songs aus Mali an, wie ich sie von Salif Keita lieben gelernt habe. Spätestens aber im hypnotisch vibrierenden “Magossa” ist das Duo in der richtigen Spur. Hervorragender tanzbarer Afro-Beat mit traditionellen Instrumenten, leicht angezuckert mit der modernen Produktion, die aber wieder durch die intensive fruchtige Gesangesinterpretation von Mariam gelatiniert wird.

Djama” grooved herrlich weiter - “Djuru” wird relaxed gespielt, hier domininiert die Kora mit kristallklarem Klang. Bei “Je Te Kiffe” hospitiert Juan Rozoff und im Verbund verleihen die drei Protagonist(inn)en dem Song etwas Magisches, das dem Zuhörer Lust macht, ein zu steigen, in den Refrain und mit zu singen.

Masiteladi” rockt sogar in bester U2-Manier, wenn da nicht der eindringliche Gesang des Duos wäre. Der Up-Beat (kommt einem Mini-Akustik- Ska gleich) sorgt für bestes Tanz- Feeling. Wenn sie den Song live bringen, dann ist die Hütte (der Konzert-Kraal) am toben. Die Nummer toppt bisher alles Gehörte auf der CD.

Und in “Africa” gesellt sich der kanadische Rapper K’Naan dazu, der so eben (März 2009) sein neues gutes HipHop-Album auf den Markt gebracht hat. (News und Links dazu gibt es in meinem Blackmusic-Newsletter vom 13.03.09). Auch ne tolle Nummer! Erinnert mich irgendwie an eine afrikanische Version von Steve Miller’s Abrakadabra. Und es swingt gnadenlos gut weiter wie im Salif-Keita-ähnlichen “Compagnon de la vie

Auf Nummer Elf war ich ganz gespannt: Einer meiner Lieblinge, der Gitarrist Keziah Jones aus Nigeria ist mit von der Partie. Und ich bin (natürlich - echt!) begeistert. Zum funkigen Groove singt Keziah “Nigeria’s In The House” - Unity - We Are Free” - Mann/Frau - und spätestens jetzt kommt Wut in mir hoch, denn ich ärgere mich, weil so eine geniale Nummer nie im deutschen Mist-Mainstream- Radio laufen wird. Denn Lieder wie dieses sind für die breite Masse bestimmt! Lieder wie dieses sind so dermassen hochklassig, dass es eine wahre Schande ist, wenn sie von der Medien-Öffentlichkeit ignoriert werden. “Unissons Nous” für jeden Musikfan - “Unissons Nous” für jede Hausfrau - “Unissons Nous” für jeden Musikliebhaber!

Bozos” bringt mich wieder zurück auf den ruhigen Boden der Tatsachen. Ich geniesse einfach weiter - in der Hoffnung, dass sich der/die eine oder andere Leser(in) durch das Lesen dieser Zeilen doch für die Musik von “Amadou & Mariam” interessiert. Ein schönes moderates Liebeslied mit schöner Instrumentierung, die traditionell-akustischen Instrumente erzeugen einen schunkeligen warmen Gegenbeat. “Batoma” ist dann noch ein spektakulärer funkiger Beitrag, in dem sich Marjam als Solistin in den Vordergrund singt.

Und eine ganz fiese Eigenart ist es, dass das Duo am Ende mit “Sebeke” noch einen der stärksten Tanzhämmer auf der Platte bringt. Da sitzt man dann - wenn der Song zu Ende ist - konsterniert da und es bleibt einem nichts anderes übrig, als die Repeat-Taste zu betätigen

FAZIT:

Abgesehen vom Ausrutscher “Sabali” ein saustarkes Stück moderne afrikanische Musikgeschichte. Wenn ich mich zurückerinnere, habe ich bisher sowieso noch nie eine mittelmässige Platte aus Mali gehört. Und was mich nur stark verwundert, ich sprach vor einigen Wochen mit einem afrikanischen Bekannten aus Angola und der hatte noch nie einen Ton des Duos gehört. Entweder gilt da der Prophet nicht im eigenen Kontinent oder die Vertriebswege sind in Afrika noch weiter als zwischen Deutschland und England.

TOTAL TIME: 64:53

Veröffentlichung: 20. Januar 2009

für alle Fans von: Salif Keita - Mory Kante - Kante Manfila

Website: www.amadou-mariam.com

KAUFEMPFEHLUNG:  KKKKKKKKKK

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